Nachdem die U2- Neubaustrecke unter der Alster fertiggestellt war, sollte als nächstes großes Bauvorhaben die neue Linie U4 gebaut werden. Die Planungen hierfür waren nahezu fertig. Die Strecke sollte folgenden Verlauf nehmen: Sengelmannstraße - Geschäftsstadt-Nord - Borgweg - Uhlenhorst - Hauptbahnhof Nord - Jungfernstieg - Neustadt - Feldstraße - Altona - Bahrenfeld - Lurup - Osdorfer Born. Nachdem der jahrelange Streit, ob nun eine S-Bahn oder U-Bahn nach Lurup gebaut werden sollte zu Gunsten der U-Bahn entschieden wurde, sollte als erstes der Abschnitt Osdorfer Born - Altona gebaut werden. Es war geplant, vorerst keinen Anschluß an das U-Bahnnetz herzustellen, sondern einen Inselbetrieb als Zubringer zur S-Bahn zu bauen. Da zunächst kein Anschluß an das bestehende Netz vorgesehen war, sollte am Osdorfer Born ein großer Betriebsbahnhof entstehen, zur HU wären die Fahrzeuge per Tieflader zur Hellbrookstraße gebracht worden.

Der Baubeginn war sicher, die Finanzierung ebenfalls, 1975 sollte Baubeginn sein, 1983 die Eröffnung erfolgen. Doch 1974 kam es zu einer Regierungskrise wegen der zerrüttenden Finanzlage, der Bürgermeister Schulz trat zurück und sein Nachfolger Klose verordnete ein drastisches Sparprogramm, welches auch den U-Bahnbau traf. Selbst der in Bau befindliche Abschnitt der City-S-Bahn wurde verlangsamt fortgesetzt. Für den U4-Bau wurden schon zahlreiche Vorleistungen erbracht. An den Neubauhaltestellen  Hauptbahnhof Nord und Jungfernstieg wurden die Röhrenbahnsteige gleich mit errichtet, bei Autobahnbau der A7 in Bahrenfeld wurde ein kurzes Tunnelstück unter der Autobahn eingebaut, unter den S-Bahngleisen des neuen Bahnhofes Altona wurde ein Hilfstunnel mit gebaut, jedoch keine komplette Haltestelle, wie oft fälschlich behauptet wird. Sollte die U-Bahn dort gebaut werden, würde der Bahnhof Altona zur Großbaustelle werden. Heute sind die Pläne für diese U-Bahn nahezu vergessen, ein Baubeginn wird wohl nicht mehr erfolgen, die Kassen sind weiterhin leer.

Seit 2004 plant der CDU geführte Senat, die U4 von der Hafencity über Rathaus - Mundsburg - Barmbek nach Steilshoop - Bramfeld zu bauen. Dazu wird zuerst die Haltestelle Berliner Tor so umgebaut, daß die U2 von Niendorf nach Billstedt fahren kann und die U3 Ringlinie wird. Dieser Umbau begann im Sommer 2005. Ursprünglich war die Anlage so geplant, aber der damalige SPD-Senat hat sich dann kurzfristig für eine Sparlösung entschieden, was sich nun in drastischen Mehrkosten rächt.

Nachtrag 1: Seit Dezember 2004 befürwortet der Senat nun eine Ausfädelung am Jungfernstieg, da dort bereits eine viergleisige Anlage als Bauvorleistung existiert. Von Jungfernstieg aus soll die U4 bis zur Fertigstellung des Bramfelder Astes nach Billstedt fahren. Im Februar 2006 wurden zur Bauvorbereitung die Kaischuppen an der Versmannstraße abgerissen.

Nachtrag 2: Am 23. August 2007 wurde mit dem symbolischem 1. Spatenstich durch die Hochbahn-Geschäftsführer Günter Elste und Ulrich Sieg und Bürgermeister Ole von Beust mit dem Bau der U4 begonnen.

Nachtrag 3: Die Fertigstellung der U4-Strecke bis zur Hst. "Hafencity-Universität" mit der Streckeneröffnung fand am 28.11.2012 statt. Doch hier soll kein dauerhafter Endpunkt sein. Am 15. Januar 2013 beschloss der Hamburger Senat den Weiterbau der U4 um etwa einen Kilometer und eine weitere Station bis zu den Elbbrücken. Baubeginn für die Verlängerung war der 21. Juni 2013, 2018 soll die Erweiterung in Betrieb gehen. Diese Planung wurde durch den inzwischen wieder von der SPD gestellten Senat vorgenommen. Bürgermeister Olaf Scholz, ein erklärter Straßenbahngegner, will den U-Bahnbau vorantreiben.

Die Haltestelle Sengelmannstraße

Die Haltestelle Sengelmannstraße wurde am 26. 9.1975 als 80. Haltestelle in Betrieb genommen, die Bauzeit betrug fast zwei Jahre. Sie liegt zwischen den Haltestellen Alsterdorf und Ohlsdorf und dient als Zubringerstation für die Geschäftsstadt Nord. Diese Haltestelle wurde viergleisig gebaut, da dort einmal die  U4 Richtung Innenstadt - Lurup abzweigen sollte. Auf der anderen Seite zwischen dem Dreieck U-Bahn / S-Bahn / Güterumgehungsbahn sollte ein neuer Betriebshof und eine Gleisbauwerkstatt entstehen. Die Haltestelle selber ist relativ einfach gestaltet worden.  Heute besteht hier keine U4-Planung mehr und auch der neue Betriebshof ist nicht mehr geplant.

Quelle: Staatsarchiv / Hochbahn, aktuelle Info: Jan Gnoth
 
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